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Patricia Jacomella Bonola - «Pequod Comeback», 2018

Installation - 1 Bettdecke, 1 Duvet, 2 Kissen aus 835 Plastiksäcken gefertigt

Patricia Jacomella Bonola, *1952, Zug

Plastik ist ein wesentlicher Bestandteil des Alltags und ist für den Planet, die Tiere und die Menschen fatal geworden. Die Plastiktüten, die wir bei unseren Einkäufen erhalten, werden in durchschnittlich 25 Minuten zum Müll.

Bestehend aus Bettdecke, Duvet und zwei Kissen aus 835 Plastiktüten gefertigt, stellt die Installation unseren intimsten Lebensraum dar und bezieht sich auf den Lebensraum, den wir mit Plastik in unseren Ozeanen schaffen.

In dem Roman «Moby Dick» von Hermann Melville ist «Pequod» der Name des Walfangschiffes, mit dem Kapitän Ahab hasserfüllt den weissen Pottwal Moby Dick jagt.

Die heute vor der Jagd geschützten Wale sind nun wegen dieser im Plankton vorhandenen Partikel vom Aussterben bedroht.

Mit der Installation «Pequod Comeback» verweist die Künstlerin auf den Plastikmüll, der biologisch nicht abgebaut werden kann und in Kleinstpartikel zersetzt in die Nahrungskette gerät.

Hintergrund – 2017 weilte die Künstlerin im Zentralschweizerischen Atelier in New York. Sie reiste per Containerschiff an und wurde während der Überfahrt mit den vielfältigen Auswirkungen der Globalisierung auf die Ozeane konfrontiert.

Wenn wir die Zukunft unseres Planeten betrachten, enthüllen die heutigen Ozeane mehr als je zuvor die Folgen menschlichen Handelns. The Guardian berichtet, dass ein einziges grosses Containerschiff in einem Jahr Schadstoffe ausstossen kann, die 50 Millionen Autos entsprechen.

90 Prozent von allem, was wir Menschen konsumieren, wird mit Containerschiffen transportiert. Dies auf immense Kosten für die Umwelt.

Für den Schiffsbetrieb wird Schweröl als Treibstoff verbrannt, ein Abfallprodukt der Ölindustrie, welches einen Schwefelgehalt von 3‘000 bis 3‘500ppm hat. In der EU dürfen Autos maximal 15ppm Feinstaub-Ausstoss haben.

Zur Reinigung des Schiffes wird jährlich 5‘000 Tonnen Giftmüll ins Meer gespült und die Havarien von Schiffen und Tankern - im Durchschnitt alle drei Tage - passieren ohne dass die Weltöffentlichkeit Notiz davon nimmt.

Die Ozeane produzieren täglich die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen und leider absorbieren sie auch zwischen 25% und 30% des Kohlendioxids, das jährlich in der Atmosphäre freigesetzt wird, was zu einer Verschiebung des chemischen Gleichgewichts führt. Ein Prozess, der als Ozeanversauerung bekannt ist.

An den Klima- und Umweltkonferenzen ist die Schifffahrt kein Thema - die Lobby der Reeder verhindert erfolgreich, dass ihre Dreckschleudern zum Thema werden.

Für die Künstlerin ist der Ozean ein Ort, der die ökologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Realitäten unserer globalisierten Welt reflektiert.

patriciajacomella.com