KlimainfARkT virtuell

Ruth Maria Obrist - «Ölteppich», 2017

Schiffsformen in Bitumen eingebrannt, 800x100cm

Ruth Maria Obrist, *1955, Baden

Katastrophen, Tragik und Schönheit - alle drei Werte liegen oft nahe beieinander und faszinieren uns. Lösen wir Bilder wie versunkene Schiffe, verlassene Städte oder Teertropfen auf den Weltmeeren von ihrer Schwere, wird aus Tragik Faszination.

Der Teppich, eine standardisierte Bitumenbahn, ist ein Mineralölprodukt - auch «ausschwitzendes Pech» oder «Gräberpech» genannt. Die eingebrannten Formen (Wunden) stehen für unsere verwundbare Welt. Der scheinbar mit harmlosen Mustern geprägte Teppich entfaltet seine Wirkung erst aus der Nähe. Man sieht eine Armada von Kriegsschiffen eingebrannt.


Hintergrund - Erderwärmung, CO2-Ausstoss, schmelzende Gletscher, Waldbrände in der Arktis... Kein Mensch kann mehr die Augen vor dem Klimawandel verschliessen. Die Probleme sind omnipräsent und deutlich sicht- und spürbar.

Ein Thema, welches mich besonders beschäftigt, ist die Verschmutzung der Meere durch unsere Zivilisation.

Tausende Schiffswracks aus dem zweiten Weltkrieg liegen auf dem Grund der Ozeane. Die Korrosion verursacht das Auseinanderfallen der Schiffsrümpfe, in denen sich Millionen Tonnen Treibstoff befinden, welche Flora und Fauna zerstören. In den Proben des Meeresbodens befindet sich bereits eine übel riechende schwarze Masse, die teerartiges Schweröl enthält: der Ölteppich. An vielen Stränden liegen Teerklumpen anstatt Muscheln.

ruthmaria-obrist.ch