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Felix Brunner - «reflection»

Malerei
 

Felix Brunner, *1952, Zürich

Der Zweifel des modernen Denkens und die Krise der heutigen Welt prägen das Schaffen des Künstlers. Dabei sind Aspekte wie: Fragmente, Zwischenraum, Strukturen, Rhizome, Chaos und Ordnung und dem Vergänglichen und Flüchtigen wichtige Elemente in der Verarbeitung von ökologischen und politischen Veränderungen.

Formal greifen dabei Aspekte der Gegenständlichkeit und der Abstraktion ineinander. Dieses Neben-, Mit- und Übereinander von Abstraktem und Gegenständlichkeit verdeutlicht die gegenseitige Abhängigkeit, ja die notwendige Koexistenz dieser als unvereinbar geltenden Begriffe. Ritualisierte Rezeptionsmuster, visuelle Topoi und Dogmen wie auch irritative Momente werden einander gleichwertig gegenübergestellt. Das Geheimnisvolle wird mit dem Offensichtlichen konfrontiert und das Umrisshafte mit dem Formlosen.

Immer wieder beschwört der Künstler auf grossformatigen Leinwänden den Untergang der Dingwelt und der materialistischen, zweckgerichteten Sichtweise der Welt. All diese Versatzstücke umhüllt ein Hauch melancholischer Schönheit, der Schönheit eines verwelkten Blütenblattes vergleichbar, das, seiner Funktion und seinem eigentlichen Sein enthoben, nur noch auf das Nichts, auf den Tod verweist.

>> hier - «Zwischen Augenblick und Unendlichkeit vibrieren die Gefühle und Ahnungen, und die Gedanken versuchen so etwas wie ein System uns Unfassbare zu bringen» erklärt der Künstler. Das sei wie das Spielen mit den Elementen und der Umgang mit Zuständen, in einer Sphäre, in der es keine Gegenstände gibt, sondern nur noch Intensitäten. Seine Wahl fällt auf das Ungewisse Sein, ihr Opfer ist die festumrissene Welt, der Anker der Gewissheit, der Name der Dinge.

In der Serie «reflection» bilden die ökologischen und sozialen Umwälzungen der Gegenwart den Hintergrund für Bildgestaltungen, wie z.B. die Spiegelungen, welche von einer anderen, doppelten Realität erzählen. Die Wasseroberfläche stellt dabei eine Grenze dar, die das sogenannte Reale vom Reflektierten trennt. Die Wirklichkeitsvorstellung verkehrt sich dadurch in eine Illusion derselben, in welcher die Spiegelungen zu sprechen beginnen und das Irreale untrennbar in die Realität eindringt.

Textauszüge aus verschiedenen Katalogtexten und Besprechungen

felix-brunner.ch