Adrian Künzi

Holzskulpturen

Saaltext Adrian Künzi

„Zeichnen mit der Kettensäge“ scheint bei Adrian Künzi zentral. Der Künstler verbindet im Arbeitsprozess subtil Kraft und Sensibilität. Im Dialog mit Material und Werkzeug entstehen filigrane Skulpturen, archaische Objekte und ausdrucksstarke Holzreliefs, die den Betrachter auf’s Wärmste berühren. Sind es die Zeichen, die Strukturen, die reiche Formensprache oder die zeichnerische Ausgestaltung des schweren Materials die den Betrachter faszinieren? Oder sind es die unweigerlich eintretenden Assoziationen, welche einen über Jahrtausende zurück versetzen in alte Kulturen und in eine Zeit, in der der Baum und sein Holz Notwendigkeit im Leben und zum Überleben der damaligen Menschen bedeutete? Vielleicht sind es die herrlich schräg und grazil stehenden Stelen in der Landschaft, die Erinnerungen an Behausungen auf Stelzen – etwa wie zu Pfahlbauers Zeiten – wach werden lassen und die Fantasie des Betrachters anregen und die Freude zum Erforschen, Auskundschaf-ten und Entdecken in uns anregen? 

Es sind die alltäglichen Gegenstände, die Adrian Künzi Anlass und Inspiration für seine Arbeit sind. Die entstandenen Werke erscheinen wie Zeitzeichen des Ursprungs und zeugen von Einfachheit und Authentizität. Es könnten genauso gut uralte Gegenstände aus Vorzeiten sein, die einfach umgebaut und umfunktioniert wurden und überlebt haben – bis hinein in unsere sich immer schneller verändernden Welt. Die Gegenstände implizieren einen Sinn und eine Funktionalität ohne wirklich preiszugeben wofür. Viele Formen von Adrian Künzi erinnern an Boote, Schiffe, Gefässe, Behausungen oder Ketten. Wozu auch mmer sie  gebraucht werden, sie bringen eine Saite in unserem Inneren in Schwingung und wir glauben zu verstehen, was wir sehen.

Nebst der Skulpturen und Objekten faszinieren ebenso die Holzschnitte, die auf gelungene weise den Weg weg von der Tradition hin zur Neuzeit gefunden haben. Dies darf als echte Innovation angesehen werden. Red.sho

 
 

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